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Professionelle versus Ehrenamt - unterschiedliche Zeitressourcen

Tauscht Euch darüber aus, wie Netzwerke aufgebaut und wie Kontakte zu Kooperationen und Partnerschaften gepflegt werden können.
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Professionelle versus Ehrenamt - unterschiedliche Zeitressourcen

Beitrag von beckmannLL » Mo 22. Okt 2018, 09:23

Der Landkreis Landsberg am Lech hat sich mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, der IWL gGmbH dem Landratsamt Landsberg, der Inklusionsbeauftragten und Schwerbehindertenbeauftragten des Landkreises und dem TSV 1882 erfolgreich für das MIA Projekt beworben.
Im Landkreis Landsberg haben sich bereits Angebote für Menschen mit Behinderung etabliert, die den Menschen mit Behinderung oft noch nicht bekannt sind.
Aber auch Angebote für Menschen mit Behinderung von Seiten der Vereine werden häufig noch nicht angenommen.
Höchste Zeit also das Engagement und die Wünsche besser zueinander zu bringen. Dazu wollen wir im Projekt MIA auch maßgeblich beitragen. Dabei macht uns ein zunächst banal klingendes Problem durchaus zu schaffen.
Wir bekommen die Menschen, die sich hoch tatkräftig im Ehrenamt engagieren aktuell noch nicht an einen Runden Tisch.
Sie stehen uns höchst kompetent in Einzelgesprächen zur Verfügung. Die Wochenenden sind häufig für das Engagement im Ehrenamt geblockt.
Gibt es Erfahrungen, wie die Zeitressourcen im Ehrenamt und die Zeitressourcen der im sozialen Bereich professionell arbeitenden MitarbeiterInnen besser zueinander kommen können?
beckmannLL
Beiträge: 2
Registriert: Mo 22. Okt 2018, 09:10

Re: Professionelle versus Ehrenamt - unterschiedliche Zeitressourcen

Beitrag von Frank Eichholt » Do 18. Apr 2019, 11:07

iebe Alexandra,
im Rahmen der Initiative LinaS in Lingen war die Zusammenführung Ehrenamtlicher und professioneller Strukturen eine besondere Herausforderung.
Gerade zu Beginn unserer Entwicklung war sehr klar, dass wir für eine erfolgreiche inklusive Sportentwicklung auch viele helfende Menschen benötigen. Dass unter Berücksichtigung immer weniger zeitlicher Ressourcen, was sicherlich auch ein zunehmend Gesamtgesellschaftliches Phänomen ist. Zeit ist aus meiner Wahrnehmung kostbarstes Gut.

Um eine Lösung herbeizuführen habe ich mich an einem pädagogischen Grundsatz bedient und die Menschen abgeholt, wo sie sind. Das bedeutete zunächst ein Höchstmaß an Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben dadurch neugierig gemacht, alle Interessierten regelmäßig zu gemeinsamen Treffen eingeladen und ein gemeinsames Ziel unserer Initiative formuliert. Das schaffte unter dem Logo von LinaS eine hohe Identifikation und Mitwirkungsbereitschaft in unserer Region.

Um nun die professionellen und ehrenamtlichen Strukturen zusammenzuführen, habe ich die Zeiten für unsere Treffen an die Möglichkeiten der Teilnehmer angepasst und regelmäßig abgefragt, wann sie Zeit haben und kaum Vorgaben meinerseits angeboten.

Ein Beispiel. Wir hatten einen hohen Bedarf im Bereich unserer Fort- und Weiterbildungen. Gerade für die Fortbildung zur C-Lizenz Breiten/Behindertensport kommen schnell über 120 Lerneinheiten zusammen. Bevor diese gestartet sind haben wir uns mit den Freunden der Deutschen Behindertensport Akademie über dieses Vorgehen abgestimmt und die Fortbildungszeiten an die zeitlichen Ressourcen der Teilnehmer angepasst. Neben persönlicher Abfrage ihrer Möglichkeiten habe ich auch gern Doodle als zusätzliches Instrument genutzt. Das bedeutete zwar einen erheblichen Mehraufwand an Koordination, allerdings mit einem großen Erfolg. Jeder angebotene Kurs war ausgebucht und hatte zur Folge, dass allein in der Region Lingen knapp 60 neue Übungsleiter/innen unsere Initiative in deren 42 Sportvereinen unterstützten.

Mit Blick auf die Region Landsberg kann so ein Vorgehen sicherlich auch ähnliche Effekte bewirken.

Gern können wir uns in einem persönlichen Gespräch austauschen und freue mich auf deine Rückmeldung.

Liebe Grüße
Frank.
Frank Eichholt
Berater im Projekt MIA
Deutscher Behindertensportverband e.V.
Frank Eichholt
Beiträge: 5
Registriert: Fr 20. Apr 2018, 14:00

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